Entstehung

Die Entstehung des Projektes

Das Werkstattteam Chattengau hat sich seit Oktober 2014 in mehreren großen und kleinen Arbeitsrunden im Rahmen des Projektes „Engagement braucht Leadership“ der Robert Bosch Stiftung getroffen. Zu Beginn standen vor allem die Erwartungen der einzelnen Teammitglieder und die Identifizierung von Problemen und Hindernissen in der Vorstandsarbeit im Mittelpunkt. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen hat das Team das umfassende Konzept „Haus der Vereine“ entwickelt.

Das Haus der Vereine soll dazu beitragen, Vereine, Verbände und Kommunen im Chattengau untereinander besser zu Vernetzen und die Vereinsarbeit nachhaltig zu stärken. Das Haus soll den Vereinen dabei unterschiedliche Angebote anbieten, aber auch den Vereinen die Möglichkeit zur eigenen Selbsthilfe geben können.

Die vier verschiedenen Säulen des Hauses, Vereinsinformation – Vernetzung, Aufgaben/Stellenbeschreibung, Mitglieder- und Vorstandsgewinnung und Schulungsangebote sollen dabei eine möglichst große Bandbreite an Unterstützungsmöglichkeiten abdecken.

Die erste Säule Vereinsinformation und Vernetzung, soll den Schwerpunkt insbesondere auf die bessere Verständigung und den Austausch zwischen den verschiedenen Vereinen legen. Nach unserer Auffassung gibt es in den verschiedenen Vereinen im Chattengau in unterschiedlichen Bereichen und in unterschiedlichem Ausmaß eine Reihe von Professionalisierung und Expertenwissen. Oftmals wird dieses Wissen aber nicht über den eigenen Verein hinaus weitergetragen. Wir wollen dieses Wissen sichtbar machen und den Vereinen eine Plattform bieten und sie aktiv in den Dialog miteinander zu bringen. Vorhandene Vorurteile und Konkurrenzdenken zwischen verschiedenen Vereinen könnte durch einen guten Dialog ebenfalls abgebaut werden. Neben dem Austausch der Vereine untereinander gehört zu dieser Säule aber auch der Austausch der Vereine mit den Kommunen. Nur wenn eine gute Gesprächskultur zwischen Vereinen untereinander und zwischen Vereinen und Kommune im Chattengau herrscht, kann nach unserer Auffassung eine lebendige Vereinsstruktur weiterbestehen.

Um Vereinsmitglieder für Vorstandsarbeit zu begeistern, muss man möglichen interessierten Personen die jeweilige Aufgabe zunächst detailliert darlegen können. Nur so könne diese eine Vorstellung von einer eventuellen späteren Vorstandsaufgabe bekommen. In der zweiten Säule Aufgaben / Stellenbeschreibung sollen Vereine oder interessierte Personen Informationen darüber bekommen, welche Aufgaben zu den verschiedenen Vorstandsfunktionen gehören. Dabei soll daraus ersichtlich sein, welche Aufgaben pflichtmäßig zu erledigen sind und welche freiwilligen Aufgaben zusätzlichen durch den jeweiligen Vorstandsposten erledigt werden können. Diese Datenblätter könnten bei Neuwahlen im Verein den neuen Vorstandsmitgliedern auch als Handreichung gegeben werden.

Weiterhin beinhaltet die Säule verschiedene Checklisten für verschiedene Vereinsaktivitäten. Anhand dieser Listen sollen Vereine sehen können, was beispielsweise bei Jahreshauptversammlungen, Vereinsfesten oder Vereinsfahrten beachtet werden muss. Beispielhaft seien GEMA, Veranstaltungshaftpflicht und Ladungsfrist genannt.

Wir glauben, dass durch diese Sammlung von Basic-Facts gerade neu gewählt Vorstände eine Erleichterung in ihrer Arbeit erfahren könnten.

Natürlich kann ein Datenblatt mit Informationen über die verschiedenen Aufgaben einer Vorstandsposition nicht allein dazu beitragen erfolgreich Personen für Vorstandsarbeit zu gewinnen. Es kann in erster Linie nur als Backroundinformation dienen. Neben der Vermittlung von Freude und Spaß an der Vereinsarbeit und einer sinnvollen und zielgerichteten Ansprache verschiedener Vereinsmitglieder, ist zu überlegen welche Wege noch gegangen werden können um Personen für die Vorstandsarbeit zu gewinnen. Wie kann beispielsweise ein gelungener Generationswechsel in einem Vorstand aussehen? Wie können interessierte Vereinsmitglieder langsam an Vorstandsarbeit herangeführt werden ohne sie zu überfordern? Die Säule Mitglieder- und Vorstandsgewinnung soll Vereinen verschiedene Möglichkeiten wie beispielsweise ein mögliches Mentoring oder Patensystem aufzeigen können, die sie in ihren Vereinen praktisch ausprobieren um umsetzen können.

Vereinsvorstände werden oft mit neuen rechtlichen Regelungen konfrontiert, die eine Veränderung in der bisher gewohnten Vereinstätigkeit herbeiführen können. Weiterhin führen gesellschaftliche Veränderungen dazu, dass sich Vereine neu auf die Bedürfnisse ihrer Mitglieder und eventuellen neuen Mitgliedern einstellen müssen. In unserem Konzept ist daher die vierte Säule Schulungsangebote ein elementarer Bestandteil. Hier sollen Vereine die Möglichkeit haben an Veranstaltungen und Schulung zu Themen wie beispielsweise Öffentlichkeitsarbeit, neue Veränderungen im Vereins- und Versicherungsrecht oder aber auch Schulungen zum Thema Gesprächsführung teilnehmen zu können. Wir sind der Meinung, dass ehrenamtlich Tätige insbesondere nicht mit neuen rechtlichen Unwägbarkeiten, aber auch bei neuen gesellschaftlichen Entwicklungen nicht alleine gelassen werden dürfen.

Dem Werkstattteam Chattengau ist bewusst, dass dieses umfassende Konzept nicht im Zeitrahmen des Projektes bis Mitte 2016 vollständig umgesetzt werden kann, sondern vielmehr darüber hinaus weiter entwickelt und gebaut werden muss.

Das Projektteam hat sich daher entschieden aus jeder Säule einzelne Maßnahmen auszuarbeiten und auszuprobieren. Die gewählten Maßnehmen hängen miteinander zusammen und können unter dem Leitthema „Vorstandsgewinnung“ vorortet werden. Zu jeder Säule wird es eine Arbeitsgruppe geben.

Wir glauben dies ist der richtige Schritt in die Richtung eines Haus der Vereine.

Mitglieder des Werkstattteams

  • Gemeindevorstand der Gemeinde Edermünde
  • Magistrat der Stadt Gudensberg
  • Magistrat der Stadt Niedenstein
  • Mach mit Gudensberg
  • TSV Eintracht Gudensberg
  • Karnevalsgemeinschaft 1965 Holzhausen / Hahn e.V.
  • Volkstanzgruppe Besse
  • Geschichts- und Heimatverein Metze
  • Freiwilligenzentrum Niedenstein

Engagement braucht Leadership ist ein Projekt der Robert Bosch Stiftung